Person

über mich
Der systemische Ansatz
Haltung


über mich

hartmannJürg Hartmann

geb. 28. Juni 1949

… klar und pragmatisch – lösungsorientiert – prozessorientiert – empathisch und intuitiv – lebenserfahren …

 

Ausbildungen

  • Primarlehrer
  • Reallehrer
  • Berufswahllehrer SVB
  • Laufbahnberatung
  • Sozialpädagogik
  • Gestalttherapie/Gestaltanalyse
  • Supervisor/Coach BSO
  • OE-Berater BSO

 

Wichtige Weiterbildungen

  • Transaktionsanalyse (Eric Berne)
  • Systemische Familien- und Strukturaufstellung
  • Psychodrama (J.L. Moreno)
  • TZI Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn
  • Gruppendynamik / Gruppendidaktik (W. Zbinden et al.)
  • Kommunikation und Konfliktmanagement (Carl Rogers, Thomas Gordon, Schulz v. Thun u.a.)
  • Gestaltanalyse und Phänomenologie (Fritz & Laura Perls, I.D. Yalom)
  • LOA nach Steve de Shazer et al.
  • Systemisches Coaching BTS Mannheim

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Der systemische Ansatz
Weitere Informationen zum systemischen Ansatz finden Sie in meinem Grundlagenpapier “Systemisches Denken – systemische Supervision

Der systemisch-lösungsorientierte Ansatz oder wovon ich mich in meiner Arbeit leiten lasse

Frauenfeld 1997 / 2002
frei nach „Systemisch-lösungsorientierte Kurztherapie“, J. Hesse, Herausgeber, mit Beiträgen von Steve de Shazer, Paul Watzlawick, Gunther Schmidt u.a.
Alle männlichen Formen sind selbstverständlich auch für weibliche Personen gedacht

  • Man muss den Menschen die Wunder zeigen, die sie selbst vollbringen können!
  • Es geht darum, Lösungen zu konstruieren anstatt Probleme zu lösen!
  • Von der Problemhypnose zur Lösungstrance.
  • Die Lösungsperspektive verstehe ich als Möglichkeit der Ressourcenaktivierung, Supervision als kooperatives Lösungssystem.
  • Supervisor und Supervisand (Coachee, Klient), beide sind Experten: Der Supervisor für die Gestaltung des Prozesses, der Supervisand für das, was er will, also für die Inhalte.
  • Der Supervisor als Experte für das Initiieren und Aufrechterhalten von Dialogen zur Entwicklung von Klärungs- und Bewältigungsmustern.
  • Der Supervisor unterstützt den Klienten intensiv bei dessen eigenen Zielen, bleibt daher als Heilexperte blass. Der Klient ist Experte. Das macht lösungsorientiertes Arbeiten unfähig zur missionarischen Heilslehre – die Lösung liegt immer im Klienten (siehe auch am Schluss dieser Ausführungen).
  • Um mit Sokrates zu sprechen: „Der Geburtshelfer, der für die gebärenden Seelen Sorge trägt.“ Supervision verstanden als geistige Hebammenkunst, wobei eine Geburt durchaus mal kräftige Interventionen erfordert!
  • Man kann davon ausgehen, dass bei diesem Ansatz häufig Lösungen von den Problemen unabhängig sind, es also keine notwendige Beziehung zwischen den beiden geben muss.
  • Doch: Wir können auch aus Problemen lernen, indem wir deren Ausnahme-Situationen focussieren. Zudem sind Probleme oft komplementär zu ihren Lösungen!
  • Andersherum: Problem und Lösung sind Teile des Ganzen.
  • Lösungen entdeckt man durch einen Dreh der Blickrichtung, indem man sich von der Problemperspektive löst und die Ziel- bzw. Lösungsperspektive focussiert.
  • Ein Ansatz dazu ist, sich an die Situationen der Ausnahmen seiner Probleme zu erinnern: „Wie war das in jener Situation, als Sie das Problem nicht hatten?“
  • Oft kommt es darauf an, dem Klienten nicht nur sein Problem „wegzunehmen“, sondern ihm dabei zu helfen, alternative Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten zu bekommen.
  • Die Kernfrage lautet deshalb: Was wollen Sie anstelle des Problems tun? Oder: Was können wir Ihnen anstelle des Problems zur Verfügung stellen?
  • Sich lösen von der leidfixierten Problemtrance, seine Bewältigungsressourcen erleben und sich in seiner Arbeit wieder dem zuwenden, was einen beflügelt und trägt.
  • Kernhinweis: „Bitte fahren Sie langsam, damit wir schneller am Ziel sind!“ Das gilt vor allem auch am Anfang eines Prozesses.
  • Die Aktivierung von Zielressourcen und Ausnahmemustern nimmt viel Zeit in Anspruch. Aber: Je langsamer man dabei vorgeht, umso stabiler wird die Plattform, auf der Lösungen aufgebaut werden können.
  • Ziel einer systemisch-lösungsorientierten Gruppen- bzw. Teamsupervision ist es, die Gruppe als Kontext so zu gestalten, dass sich deren Mitglieder wechselseitig dazu einladen, auf die Ressourcenbereiche zu focussieren, welche sie für die Lösung brauchen: Die Gruppe als kreatives Potential, als Unterstützungssystem, als Ressource und als Ressourcenpool sowie als Modellvielfalt – jeder ist Modell für jeden.
  • Ziele können erreicht, Lösungen aber müssen gelebt werden! Lösungen gehen also weit über die Ziele hinaus.
  • Es gibt so etwas wie einen gelingenden Umgang mit der Unvollkommenheit – das kann sich in der Haltung der Fehlerfreundlichkeit zeigen (von Weizsäcker).
  • Nach Steve de Shazer sind Lösungen nicht Teil eines Kampfes gegen Probleme im Sinne von Antiproblemen, sondern Teil bereits begonnener Lösungen, z.B. in Form von sogenannten Ausnahmen.
  • Nachgewiesenermassen sind wirksam:
    Das Prinzip der Ressourcenorientierung durch kooperative Beziehungsgestaltung, Zuversicht und aktive Hilfe durch das Prinzip der Lösungserfahrung in Form der Vermittlung von Klärungs- und Bewältigungserfahrungen. (Klaus Grawe et al.)
  • Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben. (Epiktet)
  • Das Unheil menschlicher Existenz beginnt, wenn das wissenschaftlich Gewusste für das Sein selbst gehalten wird und wenn alles, was nicht wissenschaftlich wissbar ist, als nicht existent gilt. (Karl Jaspers)
  • Folglich: Die Wirklichkeit, von der wir (und die Klienten) sprechen, ist nie die Wirklichkeit an sich, sondern eine gewusste und in vielen Fällen sogar eine von uns gestaltete Wirklichkeit! (Heisenberg)
  • Also: Wenn wir systemische Beratung und Supervision betreiben, kommen wir m.E. nicht darum herum, uns eben darüber Rechenschaft abzulegen, dass Systeme Wirklichkeiten erschaffen. Somit versuchen wir in der systemischen Arbeit im System die Wirklichkeitskonstruktion etwas zu verändern. (Paul Watzlawick)
  • … Es kommt also darauf an, die Art und Weise des Denkens und Fühlens des Andern zu erkenne, quasi in die Welt des betreffenden Klienten einzutreten … (und nicht in mühsamer Kleinarbeit dem Klienten die Sprache des Beraters beizubringen) … wir sprechen von abholen und andocken, vom Kennenlernen der inneren Landkarte des Klienten.
  • „Herumzuwühlen und irgendwie an die Ursachen des Problems zu kommen ist eine traditionell westliche Art, mit Problemen umzugehen. In vielen Lebensbereichen wie z.B. in einer Autogarage funktioniert das ja ganz gut. Doch an diesem Paradigma orientiert sich auch die traditionelle Beratung und Supervision.
    Im Gegensatz dazu geht der systemisch-lösungsorientierte Ansatz einen andern Weg: Anstatt sich vorzustellen, was innerhalb des Klienten bzw. der Klientin vorgeht, denken wir, dass die Art der Probleme, die KlientInnen mit in die Beratung bringen, sich in erster Linie als Schwierigkeit im zwischen-menschlichen Bereich – zwischen mir und anderen Menschen – manifestieren.
    Deshalb focussieren wir hier vor allem beobachtbares Verhalten aus einer phänomenologischen Haltung heraus. (Steve de Shazer)
  • Zusammengefasst: Wir wollen nicht das Problem lösen, sondern herausfinden, was die KlientInnen anstelle des Problems möchten. Dann sollen wir ihnen helfen, diese Ziele zu erreichen, ganz konkret. (Steve de Shazer)
  • … Zielvisionen sollen bildlich, positiv, sinnlich und konkret sein …
    Das ist lösungsorientiertes Arbeiten.
  • … Man kann durchaus auch mal über Probleme reden, was üblich ist in unserer Kultur und was auch als Wertschätzung empfunden wird …
  • Verantwortung für den Klienten übernehmen bedeutet u.a. zu wenig Respekt für den Klienten aufbringen, dass er sehr wohl in der Lage ist, ggf. mit unserer Begleitung eine für ihn angemessene Lösung zu finden.
  • Was ich dem Klienten abnehme, nehme ich ihm weg!
  • Das Symptomverhalten wird dann beibehalten, wenn es für den Klienten und oftmals noch viel mehr für die Umgebung positive Konsequenzen hat.
  • Manchmal laufen wir Gefahr, dem Klienten Änderungen „überzustülpen“, welche den Zielen des Beraters entsprechen und nicht denjenigen des Klienten. Und manchmal hängen wir dem Klienten eine Lösung an, weil wir seinen Zustand nicht mehr ertragen – doch das ist unser Problem.

Die Auswahl der Texte und zum Teil auch die Formulierungen erfolgten selbstverständlich durch die Brille des Schreibenden und sind daher ganz subjektiv!

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Haltung
Meine Haltung gründet vorwiegend im systemischen Ansatz: Dieser ist in erster Linie eine Grundhaltung, die geprägt ist von Respekt, Wertschätzung, von kooperativ-unterstützendem Zugehen auf den Klienten bzw. die Klientin, von der Zusammenarbeit auf Augenhöhe, von der Förderung von Ressourcen und dem Konzept des “Empowerments”, das Defizitorientierungen hinter sich lässt, eine Grundhaltung, welche die Autonomie des Gegenübers ernst nimmt und einer Haltung des “Sei einfach, die komplizierteste Lösung ist noch lange nicht die beste.” Es ist also ein klientenzentrierter Ansatz. Begriffe wie Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit, Respekt, Humor, Schönheit und Nutzen sollen Erfahrungen sein, die in der Beratung oder Supervision gemacht werden können.

… „Vielleicht kann es nützlich sein, uns zu diesem Zwecke eher als präzise und sorgfältig kontrolliert arbeitende Handwerker am psychischen Apparat (S. Freud) zu verstehen, mit Nähe zu Prinzipien der Handwerkskammer – wobei es einige zum Kunsthandwerk bringen mögen – als uns in der gefährlichen Nähe von Künstlern und Visionären, faszinierenden religiösen Genies und Poeten zu sehen, die den Menschen so viel mehr geben können als wir geben dürfen: Gefragt ist hier der unbedingte Respekt vor der Grenze zum Andern!“ (frei zitiert nach Sigmund Freud)

Was ist Wahrheit?

Das lösungsorientierte Denken und sein Menschenbild sind aus dem Konstruktivismus heraus entstanden. Die Konstruktivisten sind zur Überzeugung gekommen, dass es keine absolute Wahrheit gibt, sondern dass jeder Mensch seine eigene Wahrheit hat und dass jeder seine eigene Wirklichkeit konstruiert. Wir konstruieren die Welt durch unser Denken, durch unsere Sprache und durch unser Handeln.

Daraus folgt:

  • Eine Person ist nicht so, sie verhält sich
  • Wertschätzung als Haltung bedeutet, jemanden so zu akzeptieren, wie er ist und das zu würdigen, was er tut.
  • Wertschätzung hat aber mit „mögen“ nichts zu tun. Ich kann auch jemanden, den ich nicht mag, achten und respektieren. Und ich kann das, was er bzw. sie tut, gutheissen oder missbilligen, das aber auf der Basis der Akzeptanz.
  • Es gilt anzuerkennen, dass jeder Mensch das Beste tut, das ihm aktuell zur Verfügung steht, sogar dann, wenn man beim besten Willen nichts Positives in seinem Verhalten sehen kann.
  • Wir können versuchen, auf jemanden Einfluss zu nehmen, die Wirkung jedoch können wir nicht bestimmen.
  • Was wir von einer Beobachtung wiedergeben, ist nicht die Wirklichkeit, wir geben „nur“ unser subjektives Bild wieder. Die Forderung „Nun sei mal objektiv!“ ist also ein systemischer Widerspruch in sich selbst.
  • Ressourcenorientierung geht davon aus, dass jeder Mensch über ausreichende Möglichkeiten verfügt, seine Probleme zu lösen, sie oft aber zur Zeit nicht nutzt beziehungsweise nicht nutzen kann, weil es bewusste und vor allem auch unbewusste Gründe gibt, sie brachliegen zu lassen und sie nicht zu nutzen.

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